Ostbevern nimmt den Fußverkehr unter die Lupe. Im Frühjahr des Jahres hatte die Gemeinde eine Teilnahme an den Fußverkehrs-Checks 2025 gewonnen und war im Juni mit einem Auftaktworkshop in den Prozess gestartet. Während der Europäischen Mobilitätswoche wird es aber nun ganz konkret: Am 17. September stehen zwei Begehungen an, zu denen alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen sind.
Los geht es morgens um 7.30 Uhr an der Brücke Schulstraße/Hanfgarten mit dem ersten Planungsspaziergang zur Schulwegesicherheit im Schulumfeld und entlang von Schulwegen. Die zweite Begehung legt den Fokus auf die Barrierefreiheit entlang zentraler Fußwege und beginnt nachmittags um 17.30 Uhr vor dem Rathaus.
Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung, der Politik und von Verbänden schauen sich die Teilnehmenden die Situation der zu Fuß Gehenden vor Ort ganz bewusst an.
Auf jeweils knapp 2 km geht es zu Fuß durch Ostbevern, unter anderem über die Bahnhofstraße, Erbdrostenstraße und Engelstraße. Diskutiert werden Fragestellungen wie z. B. diese: Wo kann man gut und sicher zu Fuß gehen und queren? Wo fehlt Platz? Wo könnte vielleicht eine Bank den Fußweg attraktiver machen? Wo gibt es weitere Herausforderungen?
Bürgermeister Karl Piochowiak hofft auf rege Beteiligung. „Wir wollen den Fußverkehr in unserer Gemeinde stärken, dazu benötigen wir die Hilfe unserer Bürgerinnen und Bürger, denn sie sind die Experten vor Ort, ihre Erfahrungen, ihr Wissen ist hier besonders gefragt.“
Bei einem Abschlussworkshop im November werden die Ergebnisse dieser Begehungen zusammengefasst und erste Lösungsvorschläge vorgestellt und debattiert.
Die Begehungen sind Kern des Fußverkehrs-Checks. Dieses partizipative Verfahren soll die kommunale Fußverkehrsförderung anschieben und unterstützen. Fußverkehrs-Checks sollen dazu beitragen, in der Kommune sichere und attraktive Fußwege zu schaffen und den Fußverkehr stärker in das Bewusstsein von Politik und Verwaltung zu rücken. So kann sich eine neue Geh-Kultur entwickeln, die sich positiv auf die Lebensqualität in der Kommune auswirkt. Fußverkehr war lange eine unterschätzte Verkehrsart. Seit einigen Jahren ändert sich das zurecht: Fußverkehr ist gesund, umwelt- und klimaverträglich und sozial gerecht.
In allen Phasen des Fußverkehrs-Checks wird die Verwaltung von der Planersocietät unterstützt, einem Fachbüro mit viel Erfahrung in der Fußverkehrsförderung. Die Kosten dafür übernimmt das Ministerium für Verkehr Nordrhein-Westfalen. Bei der Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen berät das Zukunftsnetz Mobilität NRW die Kommunen bei der Generierung möglicher Fördermittel.
Hintergrund:
Die Fußverkehrs-Checks in Nordrhein-Westfalen werden seit dem Jahr 2019 vom Zukunftsnetz Mobilität NRW vergeben, jedes Jahr werden dafür insgesamt 12 Städte und Gemeinden ausgewählt. Teilnehmen können alle Mitgliedskommunen des Zukunftsnetzes, von der kleinen Gemeinde bis hin zur Metropole.
Weitere Informationen: https://www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/fussverkehrs-check