Die Warendorfer Mischung – Artenvielfalt „pflanzen“!

Samentütchen im Rathaus erhältlich
31.03.2026

Seit sieben Jahren entstehen mit dem Wildpflanzen-Saatgut der „Warendorfer Mischung“ kleine Oasen der Vielfalt im ganzen Kreisgebiet. Glockenblume, Wiesenflockenblume, Wegwarte, Wiesen-Margerite, Königskerze, rote Lichtnelke und viele weitere Pflanzenarten erfreuen das Auge und besonders Wildbienen und Schmetterlinge. Die ein-, zwei- und mehrjährigen Pflanzen der speziell für den Kreis Warendorf konzipierten Mischung sind gebietsheimisch –das heißt, dass Sie in unserer Region erzeugt wurden und auch hier natürlicherweise vorkommen. So treffen unsere heimischen Insekten auf genau die Pflanzenauswahl, die sie benötigen.

Es gibt Insekten, die weniger wählerisch sind und über mehrere Pflanzenarten verfügen, von denen sie Nektar und Pollen als Nahrung nutzen können. Und es gibt spezialisierte „Gourmets“, die ausschließlich Pollen einer ganz bestimmten Pflanze sammeln. Oft sind Rüssel oder Mundwerkzeuge genau für die Blütenform dieser einen Pflanze angepasst. Fehlt die Pflanze, kann das Insekt in der Region nicht leben. Nur wenn Natternkopf vorhanden ist, findet die Gewöhnliche Natternkopfmauerbiene Pollen und nur wo die Glockenblume wächst, findet die Kurzfransige Scherenbiene Nahrung.

Daher ist es so wichtig, der Tierwelt mit vielen heimischen Pflanzen passende Nahrung und geeigneten Lebensraum zu bieten. Denn an den Pflanzen finden Insekten und Vögel nicht nur Nahrung, sondern viele Arten überwintern auch an Pflanzen oder in den Stängeln und legen ihre Eier dort ab.

Daher ist es hilfreich, wenn Pflanzen und Stängel in einem Bereich des Gartens über den Winter stehen bleiben. Dort können sich dann Insekten zurückziehen. Denn wenn die Tiere keinen Schutz finden, verschwinden sie still und lautlos. 

Wir sollten daher tolerieren, dass es in unseren Gärten auch in einigen Ecken etwas wilder und natürlicher zugehen darf. Auch Laub- und Totholzhaufen helfen den Tieren im Garten.

Dass schon die Anlage kleiner Oasen mit einem vielseitigen Angebot heimischer Pflanzenarten auch seltene Arten hervorbringt, das zeigt die Anlage eines Wildblumensaums in der Nähe des Kreishauses. Dort hat die Untere Naturschutzbehörde im Rahmen des Aktionsbündnisses für Artenvielfalt im Herbst 2020 in Kooperation mit der NABU-Naturschutzstation Münsterland auf zuvor monotone Rasenfläche Warendorfer Mischung ausgesät und heimische Wildstauden gepflanzt.

Eine Biologin der Naturschutzstation untersucht systematisch, welche Insekten dort vorkommen.

Schon nach kurzer Zeit ließen sich 27 Wildbienen- und 12 Schmetterlingsarten nachweisen, die die Flächen als Lebens- und Nahrungsraum nutzen.

Sogar gefährdete Arten der Rote-Liste, wie z.B. die Vierbindige Furchenbiene oder das Kleine Wiesenvögelchen, ein heimischer Schmetterling, konnte die Biologin erfassen.

„Helfen Sie daher mit – auch mit einer Tüte Warendorfer Mischung, die für 1m2 reicht, schaffen Sie schon ein Stück Insektenparadies in Ihrem Garten. Sie „pflanzen“ mit der Warendorfer Mischung Tiere, und gerade besonders die Arten, die unsere Unterstützung benötigen.  Und die Untersuchungsergebnisse der Biologischen Station auf den Flächen des Kreises zeigen – es funktioniert!“ erläutert Lutz Suntrup, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde und bittet alle Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung.

Ein geeigneter Aussaatzeitpunkt für die Mischung ist jetzt im Frühjahr bis Mai sowie der Spätsommer von August bis September. Zu Beginn benötigt die Fläche, gerade bei einem trockenen Frühjahr, eine ausreichende Wasserversorgung. Nach dem „Anschub“ wurzeln viele der Pflanzen jedoch tief, so dass Sie zukünftig ohne weitere Wassergaben auskommen sollten.

Die Warendorfer Mischung wird auch in diesem Jahr durch die Kommunen des Kreises verteilt. Ausgegeben werden maximal zwei Samentüten pro Haushalt. Eine Anleitung zur Aussaat und Pflege steht ebenfalls zur Verfügung – schauen Sie unter dem Stichwort „Warendorer Mischung“ auf die Internetseite des Kreises – dort ist der Flyer zur Aktion und zur Ansaat abrufbar.

Die Ausgabe der Samentüten erfolgt nur solange der Vorrat reicht!