Wie gut ist Ostbevern aufgestellt, wenn es um die Pflege, Betreuung und Unterstützung von Familienmitgliedern im Alltag geht? Dieser Frage gehen derzeit Studierende der Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund im Rahmen des Forschungsprojekts „Raum für Care - Planerische Perspektiven für ländliche Gemeinden” nach. Dazu waren die Studierenden bereits am 29. Januar auf dem Wochenmarkt in Ostbevern unterwegs, um mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Schnell zeigte sich, dass das Thema der Sorge- und Pflegearbeit viele Menschen betrifft.
Für viele Menschen ist der Alltag bereits durch Beruf und Haushalt stark ausgefüllt. Kommt die Verantwortung für ein Familienmitglied hinzu, wächst die Belastung zusätzlich. Die damit verbundenen Tätigkeiten werden meist selbstverständlich übernommen und bleiben doch oft unsichtbar. Angesichts des demografischen Wandels, der zu einem steigenden Durchschnittsalter der Bevölkerung führt, gewinnt dieses Thema zunehmend an Bedeutung, da auch die Zahl pflegebedürftiger Menschen wächst. Familien und Angehörige sind daher zunehmend gefordert, Betreuung und Pflege zu organisieren. Funktionierende und gut erreichbare Unterstützungsangebote und Wegeverbindungen werden daher immer wichtiger.
Ziel des Projekts ist es daher, bestehende Unterstützungs- und Versorgungsstrukturen in Ostbevern zu analysieren und zugleich Alltagserfahrungen betroffener Personen in den Blick zu nehmen.
Auf dieser Grundlage sollen konkrete Handlungsempfehlungen und langfristige Ansätze für eine bedarfsgerechte Gestaltung der Pflegearbeit in Ostbevern entwickelt werden.
Um mehr über diese Lebensrealitäten zu erfahren, suchen die Studierenden Menschen aus Ostbevern, die aktuell ein Familienmitglied pflegen oder in der Vergangenheit gepflegt haben und bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen.
Hierzu ist ein Austausch bei Kaffee und Kuchen am Dienstag, den 24. Februar von 17-19 Uhr in der Kulturwerkstatt (Bahnhofstraße 24, 48346 Ostbevern) geplant.
Interessierte werden gebeten, sich bis zum 19. Februar bei Projektmitglied Ilka Hütte anzumelden. Sie ist telefonisch unter 0157 37975827 oder per Mail unter ilka.huette@tu-dortmund.de erreichbar.
Ziel des Austauschs ist es, Erfahrungen und Anregungen zu sammeln, damit untersucht werden kann, wie Stadt- und Raumplanung den Alltag pflegender Angehöriger prägt und in Zukunft bedarfsgerechter gestaltet werden kann. Um konkrete Ansatzpunkte zur Verbesserung der Pflegesituation in Ostbevern zu sammeln, ist das Studierendenprojekt auf eine rege Beteiligung angewiesen. Wer am 24. Februar verhindert ist, kann dennoch Kontakt aufnehmen. Die Studierenden freuen sich und können auch alternative Möglichkeiten anbieten, damit Erfahrungen und Anregungen eingebracht werden können.
Eltern
Neben pflegenden Angehörigen richtet sich der Blick des Projekts auch auf Eltern mit Kindern bis zu sechs Jahren. Eltern tragen in diesen Jahren die Hauptverantwortung für die Betreuung, Versorgung und Erziehung. Studien zeigen, dass sie im Durchschnitt deutlich mehr Gesamtarbeit leisten als Personen ohne Kinder.
Eltern mit Kindern von null bis sechs Jahren, die bereit sind, Ihre Erfahrungen mit den Studierenden in einem kurzen Interview zu teilen, können sich telefonisch bei Projektmitglied Ruben Nogues unter 0174 3189533 oder per Mail unter ruben.nogues@tu-dortmund.de melden.
Die Projektgruppe steht im Austausch mit der Gemeinde Ostbevern, so dass die Ergebnisse im Anschluss auch an Bürgermeister Karl Piochowiak herangetragen werden.
Pflegende Angehörige
Rund 7,1 Millionen Menschen in Deutschland pflegten im Jahr 2025 ein Familienmitglied im häuslichen Umfeld. Gerade im ländlichen Raum stehen sie dabei oftmals vor besonderen Herausforderungen, wie langen Wegen und einer geringen Dichte an Arztpraxen oder Beratungsstellen. Gleichzeitig spielt nachbarschaftliche Hilfe in ländlichen Räumen eine zentrale Rolle.
