Osterappell von Bürgermeister Wolfgang Annen am 09.04.2020

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger der Gemeinde Ostbevern,

die Ausbreitung Corona-Pandemie der vergangenen Wochen hat uns alle mit einer Situation konfrontiert, die so noch niemand von uns erlebt hat. Das Corona-Virus ist längst auch in Ostbevern angekommen und schränkt unser tägliches Leben in einem Umfang ein, den sicherlich kaum jemand von uns erwartet hätte. Inzwischen ist bei 367 Menschen (Stand 09.04.2020) im Kreis Warendorf eine Corona-Infektion positiv bestätigt worden. 6 Personen (3 akut Erkrankte, 2 Gesunde, 1 Verstorbener) kommen davon aus Ostbevern. 

Mit Blick auf die Zahlen anderer Landkreise, Regionen und Länder können wir uns glücklich schätzen, dass bei uns sowohl kreisweit als auch in Ostbevern bislang nur sehr wenig Menschen erkrankt sind. Doch die Zahlen steigen immer noch weiter an und das Virus wird auch zu Ostern keine Atempause einlegen. Das sollten Sie bedenken, wenn Sie in den nächsten Tagen ein Treffen mit Ihren Familien geplant haben. Die Gefahr einer Ansteckung ist noch nicht vorbei.

Nicht vorüber ist ebenfalls, dass wir auch weiterhin nahezu täglich neue Erlasslagen und Anweisungen der Landesregierung NRW erhalten, die wir als Gemeindeverwaltung umsetzen und vermitteln müssen.

Spätestens seit der Rede der Bundeskanzlerin an die Nation sollte uns allen klar sein, dass wir die momentane Situation nur in gemeinsamer Solidarität wieder in den Griff bekommen können.

Es tut weh, mit anzusehen, wie touristische und gewerbliche Betriebe schließen müssen und ihnen somit die Existenzgrundlage entzogen wird. Handel, Handwerk und Gewerbe kommen in große Schwierigkeiten, auch bei uns in unserer Gemeinde Ostbevern. Ich kann diese existentiellen Ängste sehr gut nachvollziehen und habe großes Verständnis für die Sorgen der Unternehmerinnen und Unternehmer. In allen Telefonkonferenzen und mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten setzen wir uns dafür ein, dass die von Land, Bund und Europäischer Union versprochenen Soforthilfen auch tatsächlich schnell und unbürokratisch bei den betroffenen Firmen und somit auch bei allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ankommen.

Schmerzlich ist auch, dass durch die Schul- und Kindergartenschließungen sowie das Verbot von Vereinsaktivitäten oder Feierlichkeiten das öffentliche Leben zum Erliegen kommt. Uns alle bewegt, wie es nach dem 19. April weitergehen wird. Viele Vereine fragen an, ob die Feste und Veranstaltungen im Mai und Juni dieses Jahres wie geplant stattfinden können. Klarheit erhoffen wir uns dazu in der kommenden Woche, wenn uns die Ministerpräsidenten die weitere Vorgehensweise erläutern werden. Doch sicherlich müssen wir uns weiterhin auf starke Einschränkungen einstellen.

Trotz all dieser Maßnahmen zeigen die steigenden Infektionszahlen, dass es offensichtlich keine andere Alternative zur Unterbrechung der Infektionsketten gibt. Es kommt weiterhin auf jeden Einzelnen an. Jeder von Ihnen kennt die Statistiken, welche die Kapazitätsgrenzen unseres Gesundheitssystems eindrucksvoll vor Augen führen. Ebenso kennt jeder von Ihnen aus seinem persönlichen Umfeld Menschen der sogenannten „Risikogruppe“. Diese Menschen sind keine Zahlen in der Statistik, sondern Familie, Freunde und Bekannte, die nach wie vor auf Ihr Verantwortungsbewusstsein und Ihre Solidarität angewiesen sind.

Ich bin sehr froh, dass in Ostbevern und Brock viele Hilfsangebote für gefährdete Menschen organisiert werden. Dafür schon einmal herzlichen Dank. Ebenso danke ich Ihnen herzlich für Ihr Verständnis und für Ihre Akzeptanz bezüglich der angeordneten Maßnahmen. Denn nur gemeinsam schaffen wir es, die aktuelle Situation möglichst gut zu bewältigen.

Trotz der außergewöhnlichen Umstände dürfen wir aber unsere Traditionen, Bräuche und Feste nicht einfach aufgeben.

Dazu zählt vor allem das Osterfest -das in der christlichen Welt höchste Fest im Kirchenjahr. Es symbolisiert seit jeher einen Neuanfang, denn die Natur wird grüner und bunter und der Frühling verspricht die ersten warmen Sonnenstrahlen. Dieses Gefühl des Neubeginns lassen den Winter schnell vergessen und die derzeit eingeschränkte Lebensweise hoffentlich ein wenig erträglicher erscheinen.

So wünsche ich Ihnen viele warme Sonnenstrahlen auf der Haut und im Herzen sowie glückliche Feiertage und ein frohes Fest mit bunten Frühlingsblumen im Kreise Ihrer Familien. 

Deshalb meine Bitte zum Osterwochenende: Auch wenn es schwerfällt – wir haben es bis hierher vorbildlich geschafft, doch wir dürfen die gegenwärtige Situation trotz des schönen Wetters nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denken Sie bei Ihrem Zusammensein mit Ihren Familien an die Kontakteinschränkungen, Abstandsregeln und die Hygienevorgaben. 

Mein abschließender und ausdrücklicher Dank gilt insbesondere all denjenigen, die sich momentan trotz der schwierigen Rahmenbedingungen für ein funktionierendes Miteinander sowohl ehrenamtlich als auch beruflich einsetzen.

Mein ganz persönlicher Wunsch für Sie alle lautet: „Bitte bleiben Sie gesund!“

Ihr
Wolfgang Annen

Erklärung von BM Wolfgang Annen am 22.03.2020

Sehr geehrte Ostbeveranerinnen, sehr geehrte Ostbeveraner,

während im Kreis Warendorf die Zahl der Coronaerkrankungen steigt (Stand 22.03.2020: 199 erkrankte Personen), ist in unserer Gemeinde weiterhin eine Person mit dem Coronavirus infiziert und nur wenige Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Wir müssen gemeinsam weiterhin so besonnen, umsichtig und vorbildlich mit der Situation umgehen, wie wir dies bereits in der letzten Woche getan haben. Hierfür möchte ich Ihnen allen danken, denn mir ist bewusst, dass dies sicherlich keine einfach zu lösende Lebenssituation ist.

Zur weiteren Eindämmung der Infizierungsketten wurden von den Bundesländern deutschlandweit heute Mittag nun Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Die Landesregierung wird eine Rechtsverordnung erlassen, die ein Treffen von mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum verbietet, Ausnahmen sind bei Familien und Personen aus dem eigenen Hausstand gegeben.

Weiterhin gilt: So wenig Sozialkontakte wie möglich, Abstand halten, oft die Hände waschen und die Hygienemaßnahmen beachten sowie wenn möglich zu Hause bleiben. Es gibt auch keinen Grund für Hamsterkäufe, die Versorgungslage ist sehr gut und wird es auch bleiben. Ein ganz besonderer Dank geht an die Angestellten in den Supermärkten und Geschäften, denn sie sind derzeit besonders gefordert.

Nutzen Sie auch die Möglichkeiten der Liefer- und Abholdienste, um sich zu versorgen. Allen Unternehmen, die Liefer- und Abholdienste anbieten, gilt ebenfalls ein großes Dankeschön. Sie gewährleisten mit diesem Service ebenfalls, dass wir gut versorgt sind und bieten Ihren Mitarbeitern auch weiterhin einen Arbeitsplatz!Wir haben auf unserer Homepage eine Übersicht von Ostbeverner Unternehmen zusammengestellt, die bereits jetzt schon einen Hol- und/oder Lieferdienst anbieten: www.ostbevern.de/hauptmenue/buerger/corona-sonderseite/hol-und-lieferdienste-in-ostbevern/

Noch immer treffen unsere Mitarbeiter vom Ordnungsamt sowie die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Jugendliche in öffentlichen Bereichen und in größeren Gruppen an. Wir haben bisher versucht, die Situationen im Dialog und mit Erklärungen zu klären sowie für Verständnis zu werben. Ich möchte nochmals appellieren, diese Ansammlungen dringend zu unterlassen! Mit Inkrafttreten der Rechtsverordnung durch die Landesregierung sind solche Verstöße bei Treffen mit mehr als zwei Personen mit Verwarnungs- oder Bußgeldern zu ahnden.

Die Blutspendetermine in Ostbevern am Mittwoch und auch heute in Brock haben gezeigt, dass alle in unserer Gemeinde zusammenstehen, wenn es gilt. Die Spenderzahlen sind enorm und um bis zu 25 % zu den üblichen Spendeterminen gestiegen. Es gab viele Erstspender und alle haben sich sehr vorbildlich verhalten. Diese zusätzlichen Blutkonserven können wir gut gebrauchen, auch hierfür ein herzliches Dankeschön.

Die kommenden Tage und Wochen werden uns allen viel abverlangen. Damit wir das gut durchstehen, wünsche ich Ihnen allen viel Kraft. Starten Sie gut in die neue Woche und vor allem: Bleiben Sie gesund!

Ihr
Wolfgang Annen

Erklärung von BM Wolfgang Annen am 17.03.2020

Bürgermeister Wolfgang Annen

Sehr geehrte Ostbeveranerinnen und Ostbeveraner,

nun hat die Corona-Pandemie auch Ostbevern erreicht. Das Gesundheitsamt des Kreises hat die erste Erkrankung mit dem Corvid-19-Virus in unserer Gemeinde bestätigt.

Mir ist bewusst, dass solche Meldungen, aber auch die zahlreichen Einschränkungen, denen wir derzeit ausgesetzt sind, bei vielen für große Verunsicherung sorgen. Doch bei aller verständlichen Aufregung ist es wichtig, dass wir in diesen Tagen alle einen kühlen Kopf bewahren und ebenso aufmerksam wie besonnen auf diese besondere Herausforderung reagieren. Und dazu möchte ich Sie alle sehr herzlich aufrufen.

Natürlich sind die Schließung von Schulen, Kitas und weiteren Einrichtungen sowie die Absage zahlreicher und von langer Hand geplanter Veranstaltungen drastische Maßnahmen, die nicht nur Einfluss auf das gesellschaftliche Leben in unserer Gemeinde nehmen, sondern die uns auch persönlich in unseren gewohnten Freiheiten extrem beschneiden. Doch zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist das Gebot der Stunde, das Ansteckungsrisiko so weit wie irgend möglich zu reduzieren, wenn wir eine (noch schnellere) Ausweitung des Corona-Virus verhindern wollen.

Und auch wenn es uns allen schwerfällt, ich kann nur an Sie appellieren, bleiben Sie in den nächsten Wochen zu Hause und vermeiden Sie nach Möglichkeit soziale Kontakte. Denken Sie bitte daran, dass Sie sich nicht nur selbst einer Ansteckungsgefahr aussetzen, sondern Sie selbst auch andere anstecken können.

Für die Mehrheit der Bevölkerung wird ein Corona-Infekt wahrscheinlich einen milden Krankheitsverlauf nehmen, doch besonders für ältere Menschen kann die Infizierung mit Corona-Viren fatale Folgen haben. Diese Bevölkerungsgruppe gilt es deshalb besonders zu schützen und zu unterstützen.

Ostbevern zeichnet sich seit jeher durch eine große nachbarschaftliche Solidarität aus und es gibt schon heute viele Bürgerinnen und Bürger, die sich um ältere Familienangehörige oder Nachbarn kümmern, indem sie Einkäufe erledigen oder Fahrten zum Arzt übernehmen.

Dieses Engagement wird jetzt wichtiger denn je und ich danke allen, die hier bereits Hilfe leisten. Dort, wo das (bislang) nicht möglich war oder nicht funktioniert hat, möchten wir nun Unterstützung anbieten. Frei nach dem Motto „Ostbevern hilft sich – Bürger für Bürger“ haben wir unter der Nummer 02532 82-35 eine Hotline im Rathaus eingerichtet, unter der sich Ostbeveraner/innen melden können, wenn sie Hilfe benötigen. Melden können sich unter dieser Nummer aber auch Menschen, die Hilfe anbieten möchten. Wir werden dann die Koordination der Hilfeleistung übernehmen.

Liebe Ostbeveranerinnen und Ostbeveraner,

schauen Sie regelmäßig auf unsere Homepage. Dort finden Sie zahlreiche  Informationen zum Corona-Virus. Bitte versorgen Sie auch diejenigen mit Informationen, die nicht auf unsere Webseite zugreifen können.

Die Corona-Pandemie ist eine große Bewährungsprobe für den Zusammenhalt und Gemeinsinn unserer Gemeinde. Bislang habe ich Ostbevern immer als sehr starke und solidarische Gemeinschaft erlebt. Deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass wir diese Herausforderung auch gemeinsam gut meistern werden. Jetzt können wir zeigen, das uns mehr eint als trennt! Ich bin deshalb überzeugt: „Wir schaffen das!“

Vielen Dank, dass Sie sich solidarisch zeigen und Danke auch an all diejenigen, die in diesen Tagen besonders gefordert sind!

Halten Sie durch und vor allem: „Bleiben Sie gesund!“

Ihr

Wolfgang Annen