06.04.21

Plastik gehört nicht in die Biotonne

In der letzten Zeit häufen sich wieder Fälle von falsch befüllten Biotonnen in Ostbevern. Diese Information erreichte in der vergangenen Woche Angelika Füssel, die im Ostbeverner Rathaus als Ansprechpartnerin rund um die Abfallbeseitung in der Bevergemeinde zuständig ist. Der Hinweis kam von der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendof (AWG), die in Ennigerloh das Kompostwerk betreibt.

„Verunreinigte Bioabfall-Anlieferungen am Kompostwerk in Ennigerloh sind ein durchgängiges Problem in allen Städten und Gemeinden des Kreises. Doch bei extrem verunreinigten Anlieferungen nehmen wir Kontakt mit der Kommune auf“, heißt es von dort.

Nach der letzten Biotonnenabfuhr in Ostbevern belegen Fotos aus dem Kompostwerk– es befinden sich deutlich zu viele Störstoffe im Biomüll aus der Gemeinde. Glas, Metall aber vor allem Kunststoffe und Plastik vermischen sich mit den biologischen Abfällen.

Das Problem - derartig verunreinigter Biomüll stört den Produktionsprozess im Kompostwerk massiv und bedeutet einen erheblichen Mehraufwand bis hin zu einer vollständig anderweitigen Entsorgung der gesamten Anliefercharge. Und letzteres wird nicht billig für die Kommune. Als Konsequenz weist die AWG nämlich darauf hin, dass – sollte sich die Qualität des Ostbeverner Biomülls nicht verbessern – entsprechend verunreinigte Abfälle als „nicht getrennt gehaltene Abfälle“ mit einem Entgelt von 169 Euro pro Tonne netto anstatt des Entgeltes für Bioabfälle von 75 Euro pro Tonne netto abgerechnet werden.

Die hierdurch entstehenden Mehrkosten würden dann bei der nächsten Kalkulation der Abfallentsorgungsgebühren Berücksichtigung finden. Letztendlich geht die Falschbefüllung der Biotonnen dann zu Lasten aller Gebührenzahler.

Angelika Füssel weist deshalb noch einmal nachdrücklich darauf hin: „Plastiktüten und andere Fremdstoffe haben im Bioabfall nichts zu suchen. Da die Fremdstoffe nicht vollständig entfernt werden können, sollte sich jeder darüber bewusst sein, dass der mit Plastik-
oder Glaspartikeln durchsetzte Kompost wieder auf dem Acker landet.“

Das gilt im Übrigen auch für sogenannten kompostierbaren Biokunststofftüten. Sie gehören ebenfalls nicht in die Biotonne, denn sie verrotten im Kompostwerk zu langsam und müssen deshalb als Störstoffe aussortiert und als Restmüll teuer entsorgt werden.

Um eine Erhöhung der Müllgebühren zu vermeiden und um die "mangelhafte" Biomüllqualität aus Ostbevern in den Griff zu bekommen, sind deshalb in absehbarer Zeit Kontrollen der Biotonnen vorgesehen. „Wir sind gerade dabei, diese Kontrollen organisatorisch vorzubereiten“, kündigt Angelika Füssel an. Voraussichtlich ab dem 16. April wird damit begonnen. „Wir werden über die Aktion auf jeden Fall im Vorfeld informieren“, verspricht die Abfallexpertin. Fest steht aber schon jetzt: Biotonnen, die bei den Überprüfungen als fehlerhaft befüllt identifiziert werden, werden dann nicht geleert!