22.11.21

Gemeinde setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen

 

Am 25.11.2021 erstrahlt das Rathaus in Orange


Gewalt an Frauen ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen.  Die UN-Kampagne “Orange The World” findet jährlich zwischen dem 25. November, dem “Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen”, und dem 10. Dezember, dem “Internationalen Menschenrechtstag”, statt. Weltweit erstrahlen in dieser Zeit Gebäude in oranger Farbe, um ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen.

Initiiert vom Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Warendorf wird sich auch Margarete Götker, die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Ostbevern, dieser Kampagne anschließen. Am 25.11.21 wird das Rathaus Ostbevern im orangem Licht erstrahlen.

In diesem Jahr jährt sich auch zum 40sten Mal die Fahnenaktion von Terre des Femmes international Am Rathaus wird die Flagge „Frei leben ohne Gewalt“ gehisst.

Ein thematisch gestalteter Linienbus wird während des Aktionszeitraumes auf den Straßen des Kreises Warendorf unterwegs sein. Mit diesem möchten die Gleichstellungsbeauftragten auf wichtige Hilfemöglichkeiten hinweisen. So wird auf die örtlichen Beratungs- und Hilfeeinrichtungen sowie auf das bundesweite Hilfetelefon aufmerksam gemacht. Unter der Rufnummer 0800 116 016 können sich Betroffene rund um die Uhr und in verschiedenen Sprachen Hilfe holen. Ein auf dem Bus angebrachter QR-Code verlinkt auf ein gemeinsames Statement der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten.

Gewalt gegen Frauen gibt es in vielen Varianten, sei es in Form von sexuellem Missbrauch, Vergewaltigung, häuslicher Gewalt, Zwangsprostitution, Sextourismus, Zwangsheirat oder Beschneidung. Gewalt beginnt da, wo Frauen und Mädchen das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben genommen wird. Dies betrifft alle gesellschaftlichen Schichten.

Akute finanzielle Nöte und die räumlichen Einschränkungen begünstigen das Stress- und Gewaltpotential in den Haushalten. Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen machten es während des Lockdowns fast unmöglich, das Haus zu verlassen und sich Hilfe zu holen.

Dies zu erleben bedeutet dabei für die betroffenen Frauen –und häufig auch für die in der Familie lebenden Kinder- ein traumatisches Erlebnis, das sie viele Jahre, manchmal lebenslang begleitet. War dieses Problem schon in der Vergangenheit groß, so stellt die Corona-Pandemie die betroffenen Frauen vor noch größere Schwierigkeiten.

Im Kreis Warendorf besteht ein funktionierendes Hilfesystem durch zwei Frauenberatungsstellen in Beckum und Warendorf sowie zwei Frauenhäuser in Warendorf und Telgte. Zudem vernetzen sich alle mit dieser Thematik befassten Organisationen schon seit geraumer Zeit zu einem Runden Tisch gegen Gewalt, dem auch der Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten angehört.

Auch die Situation in Afghanistan zeigt bedrohlich, wie schnell Frauen durch gewaltsames Agieren unterdrückt werden können.

Die Aktion soll gesellschaftlich sensibilisieren, um von Gewalt bedrohten Frauen zu helfen.