24.01.20

Friedenslämmerherde kommt nach Ostbevern

Aus der WN am 18. Januar 2020 von A. Große Hüttmann

Eine ungewöhnliche Herde wird ab dem 20. März bis Ostern auf der Wiese rund um den Kunstkubus „La Folie“ weiden: 200 blaue Friedenslämmer. Dabei handelt es sich um eine Kunstaktion der  Metelenerin Ingrid Hagen, die mit dem Projekt einerseits Aufmerksamkeit für ihr Herzensanliegen, den Frieden in der Welt, erreichen möchte. Andererseits ist das Ganze auch als Mitmach-Aktion angelegt. Denn die blauen Friedenslämmer sollen die Menschen verbinden. Und das nicht  nur durch einen Besuch der Wiese und damit des Projektes, sondern vielmehr zudem durch Mitmachen. Denn morgens um 10.30 Uhr werden die Lämmer aus dem Stall („La Folie“) geholt, abends um 18 Uhr wieder eingestallt. „Und dafür wünschen ich mir täglich viele Personen, die mir bei dieser Aufgabe helfen“, sagt
die Künstlerin und „Schäferin“.

Entstanden ist alles aus einem anderen Projekt, nämlich dem der Künstler Bertamaria Reetz und Rainer Bonk. Seit 2009 schicken sie eine Herde lebensgroßer Blauschafe durch ganz Europa als Zeichen für menschliches Miteinander. Unter anderem zwischen Clemenskirche undWallfahrtskapelle in Telgte waren die  blauen Schafe bereits zu bestaunen. Diese Idee griff Ingrid Hagen nach Rücksprache mit Reetz auf. Symbolisch gesehen bekamen 150 Schafe aus der Ur-Herde Nachwuchs. „Die Lämmer symbolisieren die zweite, junge Generation“, sagt Ingrid Hagen. Ihr Ziel ist es dabei, dass diese Lämmer die Menschen im Münsterland verbinden.

Drei Münsterlandkreise hat Ingrid Hagen mit ihrer Botschaft „Alle sind gleich, jeder ist wichtig“ bereits bereist und dabei viel positive Resonanz bekommen. Nach Ostbevern ist sie ganz bewusst gekommen. „Ich suche mir immer eine der kleinsten Gemeinden eines Kreises aus“, erläutert sie. Bei einer ersten Vorbesprechung in der Bevergemeinde sei sie ausgesprochen interessiert und herzlich aufgenommen worden, das machte die Entscheidung leichter.

Die außergewöhnlichen blauen Lämmer sollen vom 20. März (Frühlingsanfang) bis Ostern im Schatten von „La Folie“ grasen. Erstmalig nimmt sich Ingrid Hagen für ihre Aktion besonders viel Zeit, denn die „Schäferin“ dieser ungewöhnlichen Herde wird sich wegen der Entfernung zu ihrem Heimatort für drei Wochen in der Bevergemeinde einquartieren, um ganz in der Nähe ihrer „Liebsten“ zu sein.

Die Lämmer sollen die Menschen zudem über eine Patenschaft verbinden. Jeder Interessierte ist eingeladen, die Aktion durch den Ankauf eines Lammes zu unterstützen, das am Ende – dann allerdings mit möglichen Gebrauchsspuren – an ihn übergeben wird. „Dort soll es nach Möglichkeit ein langes Leben haben und Botschafter des Friedens sein“, sagt die Künstlerin.

Hergestellt werden die Kunst-Tiere in den Kölner Sozialwerkstätten. Eine Patenschaft kostet 89 Euro, davon getragen wird die Bezahlung der Sozialwerkstätten,
der Einkauf der Rohlinge und die Ausstellung der (Echtheits-)Papiere. Doch nicht nur in einigen Münsterland-Kreisen sind die blauen Lämmer bereits zu Hause, sondern weltweit: Eines steht in Australien, eines in Kanada, eines in Afrika, ein weiteres in Asien, zwei in Nord- und Südamerika.

Die Paten erwartet am Ende der Aktion eine Besonderheit: Am Ostermontag werden die Lämmer nämlich während eines kleinen Festes dauerhaft an sie übergeben. Interessierte Paten können sich bis zum 31. Januar bei Ingrid Hagen melden unter Telefon 0 25 56/90 27 437 oder per E-Mail an kloster-metelen@tonline. de.