07.02.20

Chilenische Feuerwehr löscht demnächst mit Ostbeverner Feuerwehrbekleidung

In dieser Woche verließen 30 aussortierte Schutzkleidungs-Garnituren bestehend aus Jacke, Hose und Helm die Feuerwache in Ostbevern. Ihr Ziel: das südamerikanische Land Chile.

Für die Ostbeverner Feuerwehr ist es das erste Mal, dass sie nicht mehr gebrauchte Einsatzbekleidung über den großen Teich schickt und diese in Südamerika weiterhin Verwendung findet.

Hier in Deutschland darf die ausrangierte Kleidung nicht mehr eingesetzt werden und müsste, wenn sich keine andere Verwendung findet, entsorgt werden. Denn um die erforderlichen Sicherheitsstandards einzuhalten, ist die Ostbevener Wehr angehalten, die Schutzkleidung ihrer Feuerwehrfrauen und -männer regelmäßig - entweder bei Beschädigungen oder automatisch - nach ein paar Jahren, auszutauschen.

Doch so hohe Sicherheitsstandards wie in Deutschland gibt es in vielen anderen Ländern nicht. Viele Feuerwehren in Chile verfügen über gar keine Schutzkleidung oder anständige Ausrüstung, die Kleidung aus Deutschland ist deshalb sehr willkommen. Feuerwehrmann Jens Hassels freut sich: „ Es ist ein gutes Gefühl, dass die Schutzkleidung nicht entsorgt wird, sondern in ihrem zweiten Leben noch einen guten Zweck erfüllt und die chilenischen Kameraden bei ihren Einsätzen schützt“, sagt er.

Der Kontakt zu Stephan Kowoll, Geschäftsführer der KolpingRecycling GmbH, der diese Woche die Bekleidungsgegenstände am Feuerwehrgerätehaus abholte, war über die hiesige Kolpingsfamilie und René Teuber zustande gekommen. Das Unternehmen aus Fulda sammelt und verwertet Textilien, die aus Altkleidersammlungen stammen. Eine chilenische Partnerorganisation hatte Stephan Kowoll auf die schlechte und unzureichende Sicherheitsbekleidung von Feuerwehrmännern aufmerksam gemacht und um Hilfe gebeten.

Und so fügte es sich gut, dass die Ostbeverner Wehr gerade über ausrangierte Schutzkleidung verfügte und in ihrer Kleiderkammer Platz schaffen wollte.

Die Reise führt die ausgemusterte Bekleidung zunächst nach Geestland. Dort wird sie mit weiteren Einsatzbekleidungen, die von anderen Feuerwehren stammen, in einen Schiffscontainer verfrachtet und auf ein Schiff Richtung Chile verladen. Die Frachtkosten übernimmt im Übrigen die KolpingRecycling GmbH. Um die Verteilung vor Ort kümmert sich dann die chilensiche Partnerorganisation.