12.01.18

Trigema-Chef Wolfgang Grupp ist diesjähriger Gastredner beim Neujahrsempfang der Gemeinde Ostbevern

 

Am Sonntag, 21. Januar 2018, 11:00 Uhr, findet in der Aula der Josef-Annegarn-Schule der traditionelle Neujahrsempfang der Gemeinde Ostbevern statt, zu dem alle Bürgerinnen, Bürger und Interessierte herzlich eingeladen sind. In diesem Jahr ist es Bürgermeister Wolfgang Annen gelungen, einen der wohl bekanntesten Unternehmer Deutschlands als Gastredner zu gewinnen: Trigema-Chef Wolfgang Grupp.

Wolfgang Grupp wuchs in einer konservativ-katholisch geprägten Unternehmerfamilie in Burladingen auf. Grupps Großvater Josef Mayer gründete mit seinem Bruder Eugen 1919 das Burladinger Unternehmen Mechanische Trikotwarenfabrik Gebr. Mayer KG, das Vorläuferunternehmen von Trigema. Franz Grupp, der Schwiegersohn von Josef Mayer und Vater von Wolfgang Grupp, wurde dort 1956 geschäftsführender Gesellschafter. 1969 übernahm Wolfgang Grupp das Textilunternehmen seines Vaters, das damals mit zehn Millionen Deutsche Mark hoch verschuldet war.

Anfang der 1970er Jahre gelang es Wolfgang Grupp, das Textilunternehmen Trigema zu entschulden und neu zu strukturieren. Alle Textilien des Unternehmens (hauptsächlich Freizeitbekleidung) werden in Burladingen entworfen und in Deutschland produziert. Seit 1969 gab es bei Trigema weder Kurzarbeit noch betriebsbedingte Kündigungen.

Trigema-Mode wird im Einzelhandel, über einen eigenen Onlineshop oder im Direktverkauf in 45 eigenen „Test-Filialen“, wie Grupp sie bezeichnet, in ganz Deutschland vertrieben. Jährlich bildet das Unternehmen in den Bereichen Produktion, Verwaltung und Vertrieb vierzig bis fünfzig junge Menschen aus. Zudem garantiert Wolfgang Grupp allen Kindern seiner über 1200 Angestellten einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz in seinem Unternehmen. So wundert es nicht, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeiter schon mindestens in zweiter Generation für Trigema arbeitet.

Deutschlandweite Bekanntheit erlangte Grupp in den 1990er Jahren vor allem durch die Fernsehwerbung mit einem Schimpansen (Trigema-Affe). Zudem ist er des Öfteren Gast in Talkrunden, in denen er sich  für den Wirtschaftsstandort Deutschland einsetzt und gleichzeitig vehement die Verantwortungslosigkeit angestellter Manager kritisiert. In diesem Zusammenhang propagiert er, dass Manager persönlich für ihre Entscheidungen haften sollten. Wolfgang Grupp selbst ist alleiniger Geschäftsführer und Inhaber von Trigema und haftet für sein Unternehmen mit seinem gesamten Privatvermögen.

Anfang dieser Woche traf sich Bürgermeister Wolfgang Annen mit dem Unternehmer zu einem Gespräch in Burladingen und staunte nicht schlecht. Im Foyer saß anstelle von Empfangspersonal nur das Firmenmaskottchen, ein Stoffaffe, und Grupp selbst empfing ihn in seinem Großraumbüro, das er sich mit Mitarbeitern teilt. Wenn sich seine ehrliche Empörung, wofür er durchaus bekannt ist, in großer Lautstärke Luft macht, bekommen das seine Angestellten in der Verwaltung gleich mit.

In dem gemeinsamen Gespräch drehte es sich in erster Linie um den Erfolg von Trigema, um Verantwortung der Entscheider, um Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern aber auch um ehemalige Mitbewerber, Konkurrenten und Kunden, die in der 49-jährigen Unternehmerkarriere Grupps bereits Insolvenz anmelden mussten.

Wolfgang Grupp ist immer noch täglich in seinem Büro anzutreffen, denn in den Ruhestand will der 75-jährige nicht gehen: „Stellen Sie sich mal vor, ich müsste die ganze Zeit auf die Jagd oder spazieren gehen“, sagt er. Auf seinen Besuch in Ostbevern freut er sich und verspricht: „Ich stehe auch nach meinem Vortrag noch für Gespräche gern zur Verfügung“.

Besonderer Dank gilt der Firma Vossko, der Stadtwerke ETO GmbH & Co.KG sowie der Sparkasse Münsterland Ost, die die Ausrichtung des diesjährigen Neujahrsempfanges finanziell unterstützen.

Das Programm des Neujahrsempfangs wird auch in diesem Jahr in gewohnt schwungvoller Weise durch musikalische Einlagen des Jugendorchesters des Musikvereins Ostbevern abgerundet.

Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zu diesem Neujahrsempfang eingeladen und dürfen gerne nach den Ansprachen bei einem Glas Sekt und/oder einem Teller Suppe miteinander ins Gespräch kommen.