23.01.18

Daumen runter für Eurobahn

Die Beschwerden zur Eurobahn häufen sich: Zugausfälle und –verspätungen sind an der Tagesordnung, betroffene Fahrgäste berichten von übervollen Waggons und qualvoller Enge während der Zugfahrt und Fahrgastinformationen sowie hilfsbereites Personal sucht man offensichtlich vergebens.

Der Frust über den mangelnden Service ist bereits nach nur wenigen Wochen der Streckenübernahme Münster – Osnabrück durch die Eurobahn riesengroß und wächst täglich weiter an. Nicht nur bei den Berufspendlern und Schülern, die die Zugverbindungen nutzen, sondern auch bei Bürgermeister Wolfgang Annen und den vier im Gemeinderat Ostbevern vertretenen Fraktionen.

Denn seit die Eurobahn auf der Strecke Münster - Osnabrück (RB66 „Teuto-Bahn“) unterwegs ist, läuft es nicht mehr. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und das, da sind sich der Verwaltungschef und die Politiker einig, „kann es nicht sein!“

Sie fordern den Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM) bzw. den Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), der für die Vergabe sowie die Qualitätssicherung auf dieser Linie zuständig ist, öffentlich und nachdrücklich auf, sich unverzüglich um die Behebung der aktuellen Missstände zu kümmern.

Auch die Verwaltung hatte die Vorkommnisse und ihr zugetragenen Beschwerden schon zum Anlass genommen und Ende der vergangenen Woche diesbezüglich Kontakt mit dem Kreis Warendorf aufgenommen. Dieser teilte mit, dass er ebenfalls bereits mehrfach gefordert habe, dass der Aufgabenträger NWL (ZVM) auf die Eurobahn mit Nachdruck einwirkt, um die bei der Bedienung durch die Eurobahn auftretenden Missstände abzustellen.

Eine Besserung der Situation ist allerdings trotzdem nicht eingetreten. Erst heute Morgen fielen erneut Züge Richtung Münster aus, Informationen dazu gab es keine und die am Bahnhof Ostbevern vergeblich wartenden Fahrgäste mussten sich schließlich auf anderen Wegen auf zum Arbeitsplatz oder zur Schule machen.

„Als ländliche Gemeinde sind wir abhängig von einem gut funktionierenden ÖPNV. Deshalb ist die aktuelle Situation für uns schlichtweg inakzeptabel“, so die vier Fraktionsvertreter.

„Unserer Meinung nach ist man sehenden Auges in die Misere gelaufen“, lautet deshalb auch ihre deutliche Kritik an der Vergabepraxis des NWL. Denn schließlich sei der Eurobahn der Ruf als „schwarzes Schaf“ der Branche schon lange vorausgeeilt.

Mit ihrer öffentlichen Beschwerde stehen Ostbeverns Bürgermeister und Politiker nicht alleine da. Auch andere Kommunen des Kreises Warendorf und aus den Nachbarkreisen, dessen Bahnlinien ebenfalls durch die Eurobahn übernommen wurden, sind betroffen und klagen über die gleichen oder ähnliche Missstände.

Auf Initiative der Stadt Telgte wird deshalb dazu in der kommenden Woche ein Gespräch mit Vertretern des NWL und der Eurobahn stattfinden, an dem auch Bürgermeister Wolfgang Annen teilnehmen wird. „Die Verantwortlichen müssen den Ernst der Lage erkennen, ansonsten erleidet der ÖPNV einen Imageschaden, der nur schwer wieder zu heilen sein wird“, macht Annen deutlich.

Fahrgästen, die mit den Leistungen der Eurobahn im Teutoburger-Wald-Netz ebenfalls unzufrieden sind, rät er, sich mit ihren Beschwerden direkt an den NWL zu wenden. Telefonisch ist dieser unter 02303 95263-0 oder per E-Mail unter infonwl-infode zu erreichen. Auch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) in Hannover nimmt unter 0511 533330 oder infolnvgde Beschwerden entgegen.